Träume und Entschlackungskur mit Säften

Entsafter und andere Träume

Kennt ihr das, wenn man aufwacht und im ersten Moment gar nicht weiß, wo man ist?

Genau das hatte ich.

Als der Wecker klingelte, hielt ich im Traum die Taschenuhr meines Urgroßvaters in den Händen. Ich war enttäuscht, dass sie nicht mehr da war, als ich dann ganz wach war. Ich habe das auch sofort in mein Traumtagebuch geschrieben. Wir alle wissen, dass Träume sehr schnell aus der Erinnerung entschwinden – wenn man sie direkt nach dem Erwachen niederschreibt, hält man sie in der Erinnerung und es ist quasi erwiesen, dass man viele Schlüsse aus seinen Träumen ziehen kann. Innere Ängste und Sorgen zum Beispiel. Oder auch positive Erlebnisse, mit denen sich das Unterbewusstsein beschäftigt.

Es gibt unheimlich viel Literatur, die sich mit Traumdeutung beschäftigt. Um ehrlich zu sein, halte ich nicht ganz so sehr viel von diesen Büchern, weil sie versucht die eigene Spiritualität vorzudefinieren. (Ja ich mag Spiritualität und lege viel Wert auf positive Energie – siehe hier) Wir alle haben ja eine unterschiedliche Auffassung davon, welchen Platz Gegenstände oder Dinge in unserem persönlichen Kosmos einnehmen. So mögen schwarze Katzen für einige Menschen ein dunkles Omen bedeuten – für andere aber ein treuer Geselle. Wie also soll man einen Traum deuten, in dem schwarze Katzen eine Rolle spielen? An der eigenen Empfindung – oder aber von vordefinierten Stereotypen? Ich finde es ungeheuer wichtig, die eigenen Emotionen zu erforschen. Früher oder später wird so ein Traumtagebuch ein großes Bild ergeben, in welchem man sich deutlich erkennt. Ich finde es ungeheuer spannend zu erleben, wie das Unterbewusstsein meinen Platz in der Welt versteht und mir dann in meinen Träumen zuflüstert. Ich habe lange nicht mehr an meinen Urgroßvater gedacht. Ich kannte ihn kaum. Heute morgen hat er mir jedoch aus dem Jenseits zugelächelt. Ist das nicht toll?

Mein Mann ist etwas angespannt. Ich spüre so etwas. Ich habe mir deswegen überlegt, dass es an der Zeit wäre all die negative Energie mit einer Entschlackungskur loszuwerden. Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Diesmal möchte ich es mit natürlichen Säften versuchen. Aus diesem Grund werde ich später noch einen vernünftigen Entsafter besorgen. Bisher habe ich die dazu die Entsafter-Funktion des Küchenmixers genutzt. Ich glaube aber, dass es bei qualitativ hochwertigen Säften Sinn macht, ein speziell dafür konzipiertes Gerät zu nutzen. Beim Mixer kann man zum Beispiel nicht direkt bestimmen, wie hoch der Fruchtfleischanteil im Saft sein soll. Mein Mann mag Fruchtsäfte mit einem hohen Fruchtfleischanteil. Bei mir ist das unterschiedlich. Auf jeden Fall freue ich mich ungeheuer auf frisch gepresste Säfte und dank Seiten wie dieser finde ich sicher auch schnell den richtigen Entsafter für mich. Neben einfachen Säften kann man ja auch verschiedene Früchte und Obstsorten kombinieren und etwas experimentieren. Der Fantasie und Kreativität sind da quasi überhaupt keine Grenzen gesetzt. Wichtig sind mir dabei nur frische Früchte und nicht-gespritztes Obst. Eine meiner Kolleginnen schwört bei selbstgepressten Säften auf die Zugabe von Nahrungsmittelzusätzen, wie Vitamin-Tabs. Ich finde das absolut unverantwortlich. Zwar sind in diesen Zusätzen verschiedene Vitamine hochkonzentriert – im Grunde weiß man aber ja auch nicht, was da sonst noch alles drin ist. Ich traue diesen modernen Chemie-Produkten so überhaupt nicht! Zumal jede Obstsorte oder Frucht ja ohnehin über natürliche Vitamine verfügt.

Oh – da fällt mir ein, dass ich mich auf Tomatensaft freue. Die Nachbarin aus dem Erdgeschoß hat mir vor einiger Zeit eine Tomatenpflanze geschenkt, die ich mit viel Liebe auf unserem Balkon hochgepeppelt habe. Nun trägt sie Früchte und ihr glaubt gar nicht, wie lecker die Tomaten sind. Der Unterschied zu den gekauften Tomaten ist frappierend! Wer den Unterschied kennt, wird mir zustimmen, dass es fast schon eine Frechheit ist, was dort in den Auslagen der Supermärkte verkauft wird. Das sind ja nicht nur Tomaten. Meine Urgroßeltern hatten früher einen großen Garten, an den ich mich gut erinnere. Da waren rote und schwarze Johannisbeeren, Birnen, Pflaumen, Äpfel, Stachelbeeren, Rhabarber, Erdbeeren und Sauerkirschen, aus denen die Omas so herrliche Sahnetorten zauberten. Es gab sogar einen Baum mit Bernsteinkirschen. Ihr wisst nicht, was das ist, oder? Das sind gelbe Süßkirschen, die zu der Gattung der Knorpelkirschen gehören. Ich habe in meinem ganzen Leben nie wieder irgendwo solche gelben Kirschen gesehen. Als kleines Mädchen bin ich allerdings oft in dem großen knorrigen Baum im Garten meiner Urgroßeltern herumgeklettert und habe sie dort direkt in den Mund gepflückt. Es ist schade, dass es das alles nicht mehr gibt. Auch Stachelbeeren. An jeder Ecke kann man Mangos, Avocados oder andere tropische Früchte kaufen, die mit Chemie und Insektenmittel vollgepumpt sind. Aber Stachelbeeren habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen oder gegessen. Oder Schlehen und Flieder? Kennt jemand von euch noch selbstgemachte Schlehenmarmelade oder heißen Fliederbeersaft? So alt bin ich auch noch nicht. Da ist es schon etwas gruselig, was heutzutage alles nicht mehr selbstverständlich ist.

Naja – ich werde uns einen tollen Entsafter besorgen und ein wenig von der alten Zeit zurückholen. Und ganz nebenbei auch die negative Anspannung meines Mannes mit natürlicher Entschlackung angehen. Der Arme arbeitet auch zu verbissen.